Für ein Landesschüler*innenticket ohne Diskriminierungen!

Die linksjugend [‘solid] Hessen begrüßt die erzielte Einigung zwischen dem Land Hessen und den Verkehrsverbünden, die der Einführung des landesweiten Schüler*innentickets ab dem kommenden Schuljahr den Weg ebnet, grundsätzlich. Das landesweite Schüler*innenticket stellt eine deutliche Verbesserung im Vergleich zu den bisher ausgegebenen CleverCards dar, die nur in einzelnen Städten oder Landkreisen gültig sind. Bedauerlicherweise wurde die Chance verpasst, zusammen mit der neuen Fahrkarte unnötige Benachteiligungen abzubauen; vielmehr ergeben sich teilweise sogar neue.

Schüler*innen der Oberstufe bekommen – wie bisher schon die CleverCard – auch das neue Ticket im Gegensatz zu Grund- und Mittelstufenschüler*innen grundsätzlich nicht erstattet. “Es ist ungerecht, dass ich für das Ticket voll bezahlen muss, obwohl ich genau so wenig eigenes Geld verdiene wie eine Schülerin der 10. Klasse. Damit wird Kindern aus armen Familien die Teilhabe und der Weg zum Abitur weiter verbaut”, sagt Alexander Praus, Landessprecher der linksjugend [‘solid] Hessen und Oberstufenschüler.

Auch, dass die kommunalen Schulträger das Ticket weiterhin nur denjenigen erstatten, die mehr als zwei Kilometer von ihrer Grund- bzw. drei Kilometer von ihrer weiterführenden Schule entfernt wohnen, ist eine Benachteiligung, die im Zuge der Einführung des landesweiten Schüler*innentickets hätte beseitigt werden müssen. “Ein landesweites Schüler*innenticket ist nicht nur für den Schulweg da, es bedeutet auch, dass man Freunde im Nachbarkreis besuchen oder am kulturellen Leben der nächsten Großstadt teilhaben kann. Warum orientiert sich die Finanzierung nach wie vor an kleinlichen Schulweglängen? Ziel sollte es doch vielmehr sein die nachwachsende Generation in ihrer Eigenständigkeit zu fördern, jedoch nicht sie in ihrer Bewegungsfreiheit einzuschränken”, fragt sich Jona Löbcke, Landessprecher der linksjugend [‘solid] Hessen. “Schließlich gibt es andere Verkehrskonzepte, die ohne eine Mindeststrecke auskommen. Man denke nur an die Semestertickets, die es Studiernden ermöglichen in einem oder mehreren Tarifgebieten zu fahren, egal ob sie nun zwei, drei oder fünf Kilometer entfernt von ihren Universitäten wohnen.”

Die linksjugend [‘solid] Hessen fordert die Landesregierung auf, weitere finanzielle Mittel bereitzustellen, um ein gerechtes und günstiges Landesschüler*nnenticket für alle zu ermöglichen.