Archiv für den Monat: März 2017

Für ein Landesschüler*innenticket ohne Diskriminierungen!

Die linksjugend [‘solid] Hessen begrüßt die erzielte Einigung zwischen dem Land Hessen und den Verkehrsverbünden, die der Einführung des landesweiten Schüler*innentickets ab dem kommenden Schuljahr den Weg ebnet, grundsätzlich. Das landesweite Schüler*innenticket stellt eine deutliche Verbesserung im Vergleich zu den bisher ausgegebenen CleverCards dar, die nur in einzelnen Städten oder Landkreisen gültig sind. Bedauerlicherweise wurde die Chance verpasst, zusammen mit der neuen Fahrkarte unnötige Benachteiligungen abzubauen; vielmehr ergeben sich teilweise sogar neue.

Schüler*innen der Oberstufe bekommen – wie bisher schon die CleverCard – auch das neue Ticket im Gegensatz zu Grund- und Mittelstufenschüler*innen grundsätzlich nicht erstattet. “Es ist ungerecht, dass ich für das Ticket voll bezahlen muss, obwohl ich genau so wenig eigenes Geld verdiene wie eine Schülerin der 10. Klasse. Damit wird Kindern aus armen Familien die Teilhabe und der Weg zum Abitur weiter verbaut”, sagt Alexander Praus, Landessprecher der linksjugend [‘solid] Hessen und Oberstufenschüler.

Auch, dass die kommunalen Schulträger das Ticket weiterhin nur denjenigen erstatten, die mehr als zwei Kilometer von ihrer Grund- bzw. drei Kilometer von ihrer weiterführenden Schule entfernt wohnen, ist eine Benachteiligung, die im Zuge der Einführung des landesweiten Schüler*innentickets hätte beseitigt werden müssen. “Ein landesweites Schüler*innenticket ist nicht nur für den Schulweg da, es bedeutet auch, dass man Freunde im Nachbarkreis besuchen oder am kulturellen Leben der nächsten Großstadt teilhaben kann. Warum orientiert sich die Finanzierung nach wie vor an kleinlichen Schulweglängen? Ziel sollte es doch vielmehr sein die nachwachsende Generation in ihrer Eigenständigkeit zu fördern, jedoch nicht sie in ihrer Bewegungsfreiheit einzuschränken”, fragt sich Jona Löbcke, Landessprecher der linksjugend [‘solid] Hessen. “Schließlich gibt es andere Verkehrskonzepte, die ohne eine Mindeststrecke auskommen. Man denke nur an die Semestertickets, die es Studiernden ermöglichen in einem oder mehreren Tarifgebieten zu fahren, egal ob sie nun zwei, drei oder fünf Kilometer entfernt von ihren Universitäten wohnen.”

Die linksjugend [‘solid] Hessen fordert die Landesregierung auf, weitere finanzielle Mittel bereitzustellen, um ein gerechtes und günstiges Landesschüler*nnenticket für alle zu ermöglichen.

Heraus zum Frauen*kampftag!

Zum Frauen*kampftag am 08.03.2017 ruft die linksjugend solid’ auf, sich aktiv an dem Kampf für Gleichberechtigung zu beteiligen.

“Die Gesellschaft sollte die Augen nicht davor verschließen, dass auch im 21. Jahrhundert die Frau in Arbeit, Gesellschaft und Familie immer noch benachteiligt wird.
Wenn Frauen bei gleicher Tätigkeit und Qualifikation im Schnitt 5,5 Prozent weniger verdienen als Männer, wenn erst 2016 ein “Nein” der Frau zu sexuellem Verkehr mit der Novellierung des Vergewaltigungsparagraphen §117 StGB für voll genommen wird und, wenn das Ehegattensplitting überholte Familienkonstellationen fördert und so Frauen vermehrt in die Übernahme der Aufgaben Haus und Kind drängt, sind wir von unserem im Grundgesetz verankerten Gleichheitsgrundsatz noch sehr weit entfernt. Solche Zustände sind nicht hinnehmbar.” so Karlin Reus, Landessprecherin der Linksjugend [‘solid] Hessen.

Trotz dieser unbestreitbaren Ungleichbehandlungen erfährt der Feminismus heutzutage starke Ablehnung. Bis heute werden Feminist*innen häufig als männerhassende und rachsüchtige Wesen dargestellt. Dabei ist das Ziel des Feminismus nicht matriarchalische Strukturen zu etablieren und Männer zu unterdrücken, sondern eine Gleichberechtigung aller Menschen zu erstreben – unabhängig von Geschlecht oder sexueller Orientierung. Die linksjugend [‘solid] fordert dazu auf, Feminismus als solchen anzuerkennen und sich für Gleichberechtigung einzusetzen.

“Neben der faktisch bestehenden Ungleichbehandlung der Geschlechter stört mich vor allem auch der alltägliche Sexismus.
Wenn sich eine Frau freizügig anzieht, wird ihr auf der Straße in unangenehmster Weise nachgepfiffen. In solchen Situationen wird die Sexualität der Frau als Verfügungsmasse der Männer angesehen. Auch in der Werbung werden mit dem Motto “sex sells” immer wieder überholte und erniedrigende Rollenbilder konstruiert. Auch die Ignoranz der bürgerlichen Gesellschaft für soziale Geschlechter, die nicht in das “normale” Frau-Mann-Schema passen wollen, gehört zu diesem Alltagssexismus. Dagegen möchte ich mich wehren.” so Jona Löbke ebenfalls Landessprecher der Linksjugend [‘solid] Hessen.

Nathalie Schäfer, die ebenfalls mit einem Sprecherinnenamt der Linksjugend [‘solid] begleitet, fügt hinzu: “Diskriminierung gilt im verstärkten Maße für Transgenderfrauen, Intersexuellen oder allen, die sich nicht dem heteronormativen Geschlechtskonstrukt des typischen Mannes unterwerfen wollen. Daher wollen wir den 08.03.17. zu einem kämpferischen Tag machen, gegen Diskiminierung und Sexismus, im Öffentlichen wie im Privaten.”

Die linksjugend solid’ möchte den Weltfrauentag dafür nutzten, auf bestehende Ungleichheiten aufmerksam zu machen und zum Kampf für Gleichberechtigung am 08.03.2017 und an jedem weiteren Tag aufrufen.

Denn Gleichberechtigung sollte man heutzutage nicht mehr fordern müssen, sie sollte selbstverständlicherweise bestehen